Raceday- München Marathon HM


Nach den letzten Intervallen, einen bravem Hax reifte bei mir der Gedanke die PB von 2006 anzugreifen. Die magische Zahl hieß 2:13:13 die anzugreifen war. Der Zielzeitrechner auf Basis des Ergebnis von Neu Isenburg sagte mir eine locker 2:18:xx voraus.

Auf locker hatte ich keine Lust, für was hab ich mich die letzten Wochen mit beinahe nur Intervallen durch die Botanik getrieben. No risk, no fun hieß es für mich.
Am Samstag hieß es dann den ganzen Kram zusammen zu packen.

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Am Sonntag war dann alles im Rucksack, aber nicht im Bauch. Frühstück , wähhh ich habe gut eine Stunde gebraucht um 2 Vollkornbrote in mich hinein zu zwingen. Doch jetzt noch Vorwettkampfpanik im Anflug?
Wurst egal, Eiweißshake und Gel ist dann letztendlich meine letzten Nährmittel die ich zu mir nehme bevor ich mich rechtzeitig zum Start begebe.
Zwischen 12 und Viertal nach ist der angepeilte Zeitpunkt um sich über den Weg zu laufen. Der Herr Genußläufer erkennt mich anhand der "Forumshose" den Herrn Antonio kenn ich ja schon und er ist von der Masse der Läufer sehr gut zu unterscheiden.
Quasseln, plappern, Rucksack auf dem LKW abliefern und bald ist es Zeit sich in den Startkanal zu begeben. Im Gegensatz zu letztem Jahr ist der Startkanal in der Weltenburgerstraße. 

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Klar die Marathonis müssen ja vorbei gelassen werden, die Halbdistanzler werden auf die Strecke der 5 Stunden Läufer geschickt.

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Start in zwei Blöcken in einem Abstand von 10 Minuten um den Pulk von 5000 Läufern auf den Weg zu schicken. Um 10:13 überquere ich die Matte und es heißt Raceday

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Am Start stand ich irgendwo zwischen den Ballonmännchen von 2:00 und 2:15, zumindest wackelte was rotes vor mir und rotes Rundes hinter mir.


"Have your gear ready"!!! Zumindest war ich der vollkommenen Überzeugung, meine Marschroute in den Gremlin einprogrammiert zu haben. Pä, Pustekuchen, zwischen Programmieren und Überspielen liegen wohl Welten. 
Somit noch kurz vor dem Start den "virtual Racer" aktiviert mit einer Pace von @6:18 = unter Zielzeit.
Beim überlaufen der Startmatte ein Gewusel und der erste Kilometer war gedacht als lockeres anlaufen. Das war aber eher ein lockeres anstolpern gewesen. Huch was machen all die hier und in dem Tempo. Mit breit gespreizten Ellenbogen bahne ich mir meinen Weg durch all die Läuferleins. Schwupss macht es und Kilometer 3 ist an mir vorbei. Huch was jetzt schon, wo sind die anderen hin. Ich laufe einfach nach meinem Gefühl weiter, es geht mir gut...fast schon zu gut und auf einmal bin ich bei Kilometer 7. Alles läuft Rund, eine Runde um den Marienplatz zum Odeonsplatz hin und auf der Ludwigstraße bemerke ich...irgendwas stimmt nicht. 
Doch zu warm angezogen? Aber die Wege durch die Häuserschluchten im Schatten sind kühl, gerade mit meinem praktiziertem Kühlstystem. Ein Schluck Wasser in den Bauch und einer in den Nacken.


Auf dem Weg zum Königsplatz merke ich auf einmal ein riesen Energieloch. Die Art von Frühstück war wohl doch nicht das wahre. Ich krame in meiner Hose und mümmel einen "Gelchip" nach dem anderen, aber es dauert ganz einfach bis alles im Gestell angekommen ist. 
Der Einbruch kostet gewaltig an Geschwindigkeit und für das "walken" sind meine Schuhe heute nicht ausgelegt. Die 3 Kilometer sich wieder fangen reichen aus das Fußgewölbe maulen zu lassen.
Ich hab mich zwar wieder gefangen, aber jetzt kämpfe ich mit der kompletten Muskelkette von Fuß bis zu Kreuzbein. 


Zähne zusammenbeißen, am "Hammermann" von Lauf-Klaus vorbeilaufen und ein schon ein fast sehnsüchtiger Blick nach Siegi der mich in den Hintern tritt.
Auf der Höhe vom Nordbad. ca km 18 ist die Muskelkette dicht und ich muss für einige Meter gehen. Da kam eine ganz liebe Läuferin zu mir hin und meinte "nicht aufgeben ich nimm dich mit in Ziel". Man das war ne ganz ne Süße. Ich meinte nur zu ihr. Ich lauf schon ins Ziel kein Sorge, an der Motivation mangelt es nicht. Ein Blick nach rechts zum Bad...zu dem Zeitpunkt wär ich im Geiste lieber im Wasser gewesen.

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Nichts da, ISG wieder offen. Aussteigen wäre ab da eh keine Option gewesen, denn ab da hätte ich auf den Bewesenwagen warten müssen oder gehender Weise in Olystadion wandern müssen. 
DNF gibt es nicht, auch wenn es schon längst absehbar ist das es keine PB gibt. Kopfkiste? 
Ich fange mich wieder und genieße die letzten 2,5 Kilometer meines "Aufbaujahrs". Denn nur darum ging es an dem Tag, aber ein Versuch war es wert.

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21,1 Kilometer 2:21:35

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